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Tagebuch | Freitag 02. November 2001
Von Marahau nach Wellington
Trotz Sonnenschein am Morgen wollte ich mein Bett heute nun überhaupt nicht verlassen. Mir tat mal wieder so ziemlich alles weh. Ruhetag, von wegen. Aber ich war ja selber schuld. Genauso gut hätte ich ja zu Fuß durch den Abel Tasman National Park streifen können. Das hatte nämlich Dirk gemacht. Oder wie Werner und Brigitte hätte ich einfach faul herumsitzen können. Doch genug gejammert. Heraus aus den Federn und ab zum Frühstück. Heute stand immerhin die Überfahrt zur Nordinsel auf dem Programm. Ich freute mich richtig darauf und entschied mich auch dafür heute nicht mit dem Rad zu fahren, sondern einfach die Fahrt zu genießen.
Es wurde dann auch eine tolle Fahrt. Zuerst ging es nach Nelson. Ihrem Namen, die sonnenreichste Stadt Neuseelands zu sein, machte sie alle Ehre. Mit ihrem meditaranen Charme ist sie auch für mich die Stadt auf der Südinsel in der ich mich - so vom ersten Eindruck her - am ehesten niederlassen könnte. Wir machten hier eine kurze Pause, um ein wenig zu schlendern, Souvenirs zu kaufen oder einfach nur faul in der Sonne zu sitzen. Mich zog es hinauf auf den Hügel, denn ich wollte mir einen Überblick über die Stadt verschaffen.
Als wir alle wieder zusammen waren, ging es weiter Richtung Picton - dem Fährhafen. Kurz hinter Havelock stiegen die anderen auf Ihre Räder. Brigitte und ich blieben im Bus sitzen und genossen die Fahrt entlang am Keneperu Sound und später am Queen Charlotte Sound. Und wieder wurde ich schier erschlagen von der Schönheit der mich umgebenden Natur.
In Gedanken sah ich mich immer wieder in einer der kleinen Buchten liegen, die Sonne genießen und das einen ganzen Tag lang. Einziger Wermutstropfen waren allerdings die überall vorkommenden "Sandflies".Eine ausgesprochen unangenehme Einrichtung der Natur um den Menschen von ihr fern zu halten. War man nicht ordentlich mit entsprechen Lotionen eingecremt, zog man sich ziemlich unangenehme Bisse zu, die dann fürchterlich anfingen zu jucken.
Am Nachmittag trafen wir dann in Picton ein. Eine kleine Stadt, die zum überwiegenden Teil vom Fährhafen lebt. Die Fähre ist das am häufigsten verwendete Verkehrsmittel um von der Nord- zur Südinsel Neuseelands zu gelangen. Und gerade im Sommer, wenn Hauptsaison ist, drängen sich hier die Fahrzeug- und Menschenmassen. Das Einchecken verlief aber bei uns noch relativ ruhig. Ich suchte mir auch gleich einen Platz an Deck, in Fahrtrichtung, um mir so richtig den Wind um die Ohren wehen zu lassen. Die Fahrt durch den Fjord, bis wir dann in die Cook Strait einfuhren, dauerte alleine rund eine Stunde.
Aber kaum draußen erblickten wir in der Ferne schon die Nordinsel. Nun konnte die Fähre auf volle Fahrt gehen. Schnell kam Wellington näher und genauso schnell versank die Sonne in den Fluten.Irgendwann wurde es mir dann allerdings zu kalt und ich verzog mich unter Deck, wo ich dann die Einfahrt in den Wellington Harbour abwartete. Es war schon später Abend als wir in Wellington anlegten und gleich zu unserem Motel fuhren. Lange hielt ich mich allerdings nicht mehr auf den Beinen und schlief auch recht bald ein.





