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29.7.2010 : 18:48

Tagebuch | Donnerstag, 25. Oktober 2001

Lake Wakatipu - © 2001

Aufenthalt in Queenstown
Um 5:00 war ich heute schon wieder munter. Mein Bio-Rhythmus war sich halt noch nicht ganz so sicher wie er sich verhalten sollte. Aber was soll´s, so habe ich die Zeit genutzt um Tagebuch zu schreiben. Um 6:30 bin ich dann raus, um ein paar Aufnahmen  vom See und der Umgebung zu machen.
Zeitig war ich wieder zurück, denn immerhin sollte es ja früh mit einem Flieger zum Milford Sound (Piopiotahi) gehen, mit anschließender Rundfahrt auf einem Dampfer. Der Rücktransport sollte dann ebenfalls wieder mit dem Flieger (wohl eine Beechcraft) erfolgen.

Leider kam gegen 9:00 die telefonische Mitteilung, dass der Flug aufgrund der Wetterverhältnisse gestrichen wurde. Eventuell, so hieß es weiter, könnte man gegen Mittag mit Besserung rechnen. Darauf wollte ich mich dann doch nicht einlassen. Das hätte geheißen, in Hab-Acht-Stellung zu warten ohne zu wissen, ob es klappt oder nicht. So verbrachte ich die Zeit lieber mit Kerstin, Ute und Simone.
Wir erklommen Arthurs Point via Gondelbahn und hatten einen herrlichen Blick über den Lake Wakatipu und die umliegende Landschaft. Ehe wir oben waren am Skyline Chalet, war mir allerdings etwas mulmig. Ich kann zwar ohne Probleme aus 11.000 Metern Höhe aus dem Flugzeug schauen, doch bei Höhen von 20, 30 oder auch noch ein paar mehr Metern geht es mir gar nicht gut. Ich brauche immer eine Weile, bis ich mich daran gewöhnt habe. In diesem Falle hat die Gewöhnung so lange gedauert, bis wir oben waren.

Blick in die Tiefe ... - © 2001

Der Ausblick über den Lake Wakatipu war dafür wirklich beeindruckend. Der Maori-Legende nach, starb an dieser Stelle "Matau the tipua". Er verbrannte und sein Leib sank in den Boden, bevor er bis auf sein Herz zu Asche zerfiel. Die entstandene Senke füllte sich rasch mit Wasser. Sein immer noch schlagendes Herz hat zur Folge, dass sich der Wasserspiegel in regelmäßigen Abständen um 20-30 cm hebt und dann auch wieder senkt.
Böse Zungen behaupten aber, es habe etwas mit dem Atmosphärendruck durch kalte und heiße Luftbewegung über den See zu tun. Wie auch immer, das mit dem Riesen klingt irgendwie einleuchtender, oder?
Vom Skyline Chalet aus konnten viele Aktivitäten unternommen werden. Kerstin hatte sich ja entschieden mit einem Tandemsprung am Paraglidingschirm ins Tal zurück zu gleiten. Doch auch diese Aktivität war auf Grund des Wetters gecancelt worden. So genossen wir einfach erst mal die Landschaft, ergaben uns in einem halben Kaufrausch im Souvenirshop und versuchten an einem bereitstehenden Computer einige E-Mails zu versenden. Der Versuch scheiterte, irgendwelche Einstellungen vom Internet Explorer verhinderten, ins entsprechende Webfrontend von web.de oder auch t-online zu kommen. Auch bei AOL gab es eine Absage.

Lange mit dem Schicksal zu hadern war aber doch nicht mein Fall. Ich entschloss mich, ganz abenteuerlustig, die Sommerrodelbahn - hier Luge genannt - hinunterzustürzen. Bewaffnet mit einem Sturzhelm begab ich mich zum Startpunkt. Ein freundlicher Junger Mann nahm mich zur Seite und führte mich zu einer weiteren Abfahrt. Die war wohl etwas eher für einen blutigen Anfänger wie mich geeignet. Witzig war die Abfahrt aber allemal. Zumindest für diejenigen, die zugeschaut haben. Wenn es bei mir so ausgesehen hatte wie bei den zahlreichen Japanern, die ich belächelte, na dann schönen Dank. Ich überstand die Fahrt aber ohne größere bleibende Schäden.

Blick von Arthur´s Point - © 2001

Als wir mit der Gondelbahn wieder hinunterfuhren, konnten wir noch mal einen Blick auf die verschiedenen Bungyjumping-Stellen werfen, die es hier am Hang gab. Hier war nicht nur ein "simpler" Kopfübersprung möglich, sondern auch einen Sprung, der an eine Schaukel erinnert. Am höchsten Punkt kann man sich ausklinken und dann schwingt man mit einem Affenzahn hin und her.
Auch dies ist eine Aktivität, der ich nicht unbedingt nachkommen wollen würde. Wieder unten in der Stadt fanden wir dann doch noch ein Internet-Cafe, von dem wir aus unsere Mails versenden konnten. Auf meine Erste Rundsendung hatten sogar schon einige geantwortet.

Der Abend wurde wieder mal mit einem selbst fabrizierten Essen abgeschlossen. Diesmal fungierten die Räumlichkeiten von Dirk und mir als Treffpunkt. Es gab als Vorspeise Birne auf Avocadoscheiben mit Pfefferschrot und Parmesankäse. Als Hauptgang ließen wir uns mit Käse und Pinienkernen überbackenen Broccoli und Blumenkohl schmecken. Dazu gab es Rosmarinkartoffeln und gebratenes Gehacktes. Insgesamt gesehen fand ich Queenstown nicht unbedingt interessant. Klar, man konnte hier eine ganze Menge unternehmen, aber ein Blick vom Berg ins Tal zeigt, dass ein ganz schöner Bauboom ausgebrochen war. Das Stichwort Touristenhochburg würde also immer stärker sichtbar werden. Eine Vorstellung die zumindest mir nicht gefiel. Doch jedem das Seine.

Zentrum von Queenstown - © 2001