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Fahrt nach Whitianga
Der Morgen begann für mich wie gewöhnlich recht früh. Aber ich war ausgeruht und munter. So konnte ich mich gleich aufmachen, um noch etwas die Umgebung zu erkunden und noch einige Aufnahmen von Rotorua zu machen. Am auffälligsten war wieder einmal der Golfplatz der direkt an der Straße gelegen war. Auch hier gab es einige Schlammlöcher in denen es brodelte. Es stellte sich mir natürlich die Frage, was passiert, wenn ein Golfball in diesem "Bunker" landete.
Die reinen Wohngegenden sind, wie fast überall in Neuseeland, geprägt von Einfamilienhäusern. Wobei sich allerdings die Bauweise doch ganz erheblich von der unsrigen unterscheidet. Zum einen wird auf eine Unterkellerung zum größten Teil verzichtet, zum anderen ist das bevorzugte Baumaterial das Holz. Was bei den klimatischen Verhältnissen auch nachvollziehbar ist. Selbst im Winter gibt es hier, von den Bergen mal abgesehen, keinen sehr starken oder lang andauernden Frost.
Das Frühstück wollten wir uns heute auch mal wieder wo anders schmecken lassen. Drum blieb unsere "Küche" kalt und wir zogen ins "Fat Dog". Ein Bistro mit umfangreicher Frühstückskarte und Riesen Portionen. Bevor wir Richtung Whitianga fuhren, hielten wir noch an einer britischen Institution. Dem Heimatmuseum mit angeschlossenen Cricket- und Bowlingplätzen. Sehr britisch.
Unsere Fahrt Richtung Whitianga führte uns durch eine Gegend, wo deutlich wurde, dass neben dem Tourismus die Holzwirtschaft in Neuseeland eine sehr große Rolle spielt. Zwar hat man auch hier eingesehen, dass man nicht nur roden sondern auch wieder neu anpflanzen muss, trotzdem ist der Anblick von gerodeten Flächen nicht schön. Zu dem teilweise nicht schönen Anblick kam heute noch recht wechselhaftes Wetter hinzu. Es zog sich im wieder zu und manchmal regnete es auch. Unser kleiner Zwischenstop in Mt. Maunganui direkt am Pazifik gelegen, fiel dann auch nicht sehr lang aus. Kurz hinter Waihi stiegen dann einige Unermüdliche aufs Rad um. Doch es dauerte nicht lang dann wurden wieder alle "eingeladen". Neben dem recht unbeständigen Wetter hatte sich auch noch ein ziemlicher Wind gesellt, der es den Radlern nun richtig schwer machte sicher vorwärts zu kommen. In Whiritoas legten wir dann noch mal einen kleinen Zwischenstop ein um uns die Beine am Strand zu vertreten und uns den kräftigen Pazifikwind um die Ohren wehen zu lassen. Die See war aufgewühlt und ich hätte stundenlang diesen herrlichen Anblick genießen können. Doch unser Ziel lag noch in einiger Entfernung und so hieß es weiter geht´s.
Sehr schnell kamen wir mit dem Bus heute nicht voran. Sehr viele Kurven und ein ständiges auf und ab, machten hohe Geschwindigkeiten nicht möglich. Die einzigen die sich von den Straßenverhältnissen unbeeindruckt zeigten waren die Fahrer von den Holztransportern. Man tat gut daran ihnen aus dem Weg zu gehen, denn so wie uns Karsten erzählte, wussten die Fahrer im allgemeinen nicht was eine Bremse ist. Während der Fahrt nach Whitianga ging mir noch etwas anderes durch den Kopf. Kurz vor meinem Abflug in Berlin hatte mir mein Reisebüro mitgeteilt, dass Quantas meinen Rückflug storniert hätte und ich umgebucht worden wäre. Sollte mein eigentlicher Flug Sonnabendnachmittags erfolgen, so war jetzt der Frühe Morgen geplant. Für mich bedeutete das, dass wenn wir Freitagnachmittag in Auckland ankämen, ich kaum etwas von dieser Stadt zu sehen bekommen hätte. Ich wollte deshalb auf den Ruhetag in Whitianga und der letzten Radetappe um den Firth of Thames herum verzichten und schon ein Tag früher nach Auckland fahren. Dank Karsten, der sich rührend um alles kümmerte, war das auch kein Problem. Ich bekam ein Zimmer im geplanten Hotel in Auckland und der Kauf eines Bustickets war auch Ruckzuck erledigt. Nach unserer Ankunft in Whitianga wollte ich dann aber doch noch mal auf´s Rad. Ich fuhr zum Strand und hatte mir schon überlegt ob ich nicht einen Sprung in den Pazifik wagen sollte. Von der Temperatur her sollte es keinen großen Unterschied zur Tasmanischen See geben. Doch kaum war ich am Wasser angekommen fing es mal wieder an zu regnen. Da hatte ich dann auch kein Bock mehr, nass aus dem Wasser kommend mit dem Fahrrad zurück zu unserer Unterkunft fahren zu müssen. Den Abend verbrachten wir dann in einem tollen Restaurant. Wie gehabt landete ich dann müde und gesättigt in meinem Bett wo ich dann auch bald einschlief.




